Spenden für Flutopfer

Gottesdienst im Aachener Dom
Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Aachener Dom wollen die evangelische und die katholische Kirche sowie die in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossenen Kirchen am 28. August 2021 um 10.00 Uhr der Opfer der Flutkatastrophe gedenken.
Dieser wird vom Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, dem Vorsitzenden der ACK, Erzpriester Radu Constantin Miron, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Religionen gestaltet.

„Die Flutkatastrophe hat Menschenleben ausgelöscht und Existenzen zerstört. Die vielen Toten, die Trauernden und alle, die jetzt vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, sollen nicht vergessen sein. Im Gottesdienst wollen wir sie vor Gott bringen und ihn um seinen Beistand und Trost bitten“, erklären Landesbischof Bedford-Strohm und Bischof Bätzing.

„Wir sind überwältigt von der Hilfe und Solidarität, die die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und gerade auch aus dem Ausland den Menschen in den Flutgebieten entgegenbringen. Dafür wollen wir Gott danken. Wir haben den Ort Aachen gewählt, weil er zentral in Europa liegt. Damit wollen wir daran erinnern, dass auch unsere Nachbarn in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg von der Flutkatastrophe betroffen waren und sind“, so Bischof Bätzing und Landesbischof Bedford-Strohm.

Zu dem Gottesdienst eingeladen werden Betroffene der Flutkatastrophe, Helferinnen und Helfer, Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger sowie die Verfassungsorgane, Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer und Repräsentantinnen und Repräsentanten der betroffenen Nachbarländer. So werden auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.
Das ZDF überträgt am 28.08.2021 um 10:05 Uhr den ökumenischen Gedenkgottesdienst.

Der Gottesdienst wird parallel mit Gebärdensprachdolmetscher übertragen.
Das funktioniert aber nur mit einem internetfähigen Fernseher (Smart TV). Dort kann das barrierefreie Angebot mit dem „red button“ im Fernseher zugeschaltet werden. (Roter Knopf auf der Fernbedienung).
Eine gute Erklärung gibt es im Internet unter: www.mdr.de/barrierefreiheit/gebaerdensprache/video-136042.html

Neben dem gemeinsamen Gebet ist aber vor allem Unterstützung in Form von Geldspenden erforderlich.
Wir sollten vor allem solidarisch sein mit den schwerhörigen und gehörlosen Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die von der Flutkatastrophe betroffen sind.

Die Landesverbände der Gehörlosen in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz haben dazu Spendenkonten eingerichtet, damit unsere Spenden direkt bei den schwerhörigen und gehörlosen Opfern ankommen!

Der engere Vorstand des VKGD hat eine besondere Bitte an Sie:
Bitte schreiben oder gebärden Sie mit Ihren Mitgliedern darüber,
damit wir alle gemeinsam mit unseren Gebeten und Geldspenden Solidarität zeigen!

Hier ist der Link zu dem Video, im dem der Text in Gebärdensprache gezeigt wird:
https://youtu.be/rQPauAoSNsU

Die gemeinsame Presseerklärung der Landesverbände mit den Spendenkonten:

Landesverband der Gehörlosen und Gebärdensprachgemeinschaft NRW e.V.
Landesverband der Gehörlosen RLP e.V.
Nicht nur im wunderschönen Ahrtal sowie in der märchenhaften Eifel sind viele Menschen innerhalb von Minuten von der Flutkatastrophe zum Opfer gefallen, viele von ihnen haben vieles verloren und sind allein auf sich gestellt.
Sie stehen unter schwerem Schock und versuchen es zu realisieren, was vorgefallen war. Einige von ihnen vermissen Eltern, Kinder, Angehörige, Freund*innen, Nachbarn oder gar ihre geliebten Haustiere.
Stunden später raufen die Menschen sich zusammen und in Solidarität mit vielen Helfer*innen vor Ort, versuchen sie die Aufräumarbeiten irgendwie zu organisieren. Das geht nur mit der immensen Kommunikation untereinander, dadurch werden der Zusammenhalt sowie die gegenseitige Unterstützung nur noch stärker gemacht.

Wir vom Landesverband der Gehörlosen und Gebärdensprachgemeinschaft NRW e.V. und Landesverband der Gehörlosen RLP e.V. fragen uns, wie schwer die gehörlosen bzw. hörbehinderten Menschen davon betroffen sind.
Wir wissen von einigen Fällen, dass nicht nur die Mitbürger*innen ihre Mitmenschen oder gar ihr Hab und Gut verloren haben, sondern dass sie von der Außenwelt vollends abgeschnitten sind und keine Kommunikationsmöglichkeiten mehr haben.
Das Telefon-Netz, und die Internetverbindung sind weggebrochen. Keine ebenbürtige Kommunikation ist möglich. Keine Gebärdensprach-Dolmetschenden, die für eine Kommunikationssicherung sorgen können, sind vor Ort. Solche Kommunikationssicherung kann wirklich lebensnotwendig sein. Ein Hilfenotruf ist immer noch in Entwicklung, dafür braucht man eine intakte Internetverbindung.

Eine medizinische Versorgung ist für sie äußerst unbefriedigend.
Tausende von Fragen tauchen auf. An wen können sie sich wenden? Wo können sie sich was zu Essen, Trinken oder zum Anziehen holen? Wo und welche Anträge können gestellt werden, wo Hilfe bekommen? Wo Geld bekommen? Woher sollen sie auch Informationen bekommen, wenn diese nicht mal in Deutscher Gebärdensprache existieren, auf die die gehörlosen Menschen angewiesen sind?

Auch sie stehen unter enorm schweren Schock, aber die Frage stellt sich hier: Wie sollen sie darüber reden oder bedingt durch die schrecklichen Geschehnisse ihre Traumata ohne Kommunikationsmöglichkeit verarbeiten?
Sie sind erst recht völlig auf sich alleine gestellt.

Auch die beiden Landesverbände sind mit dem Deutschen Gehörlosenbund e.V. in allen Punkten einig, dass der Katastrophenschutz und die Warnsysteme dringend und schnellstmöglich reformiert werden müssen, hierzu hat der Deutsche Gehörlosenbund eine schriftliche Stellungnahme, sowie in Deutscher Gebärdensprache verfasst:
http://www.gehoerlosen-bund.de/browser/4243/dgb_05_2021_stellungnahme_final.pdf

Stellungnahme als Video in Deutscher Gebärdensprache:
https://youtu.be/cOEEa44jZXs

Dabei wirft nicht nur der Deutsche Gehörlosenbund den Verantwortlichen ein Versagen des Katastrophenschutzes in der Bundesrepublik Deutschland und die Verletzung des Artikels 11 der UN-Behindertenrechtskonvention (UN BRK) vor, die sage und schreibe 2009 von der Bundesregierung ratifiziert worden ist.

Mit dem Artikel 11 verpflichtet sich die Bundesregierung, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um in Gefahrensituationen, einschl. bewaffneter Konflikte, humanitärer Notlagen und Naturkatastrophen, den Schutz und die Sicherheit von Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten. Ausführungen im Detail sind in der Stellungahme vom Deutschen Gehörlosenbund im ersten Link, siehe oben, zu finden.

Einige gehörlose und hörbehinderte Menschen sind auf Ihre Hilfe angewiesen und viele andere Betroffene haben auch ihr Hab und Gut und auch ihre Angehörigen verloren.
Der Landesverband der Gehörlosen und die Gebärdensprachgemeinschaft NRW e.V. und der Landesverband der Gehörlosen Rheinland-Pfalz e.V. möchten dabei mit ihren Spendenaufrufen unterstützen.

Wenn Sie uns spenden möchten, können Sie für die betroffene Menschen mit Hörbehinderungen in Nordrhein-Westfalen beim Landesverband der Gehörlosen und Gebärdensprachgemeinschaft NRW e.V. und für die betroffene Menschen mit Hörbehinderungen in Rheinland-Pfalz beim Landesverband der Gehörlosen Rheinland-Pfalz e.V. einen Beitrag leisten:

Rheinland-Pfalz:
Empfänger: Landesverband der Gehörlosen RLP e.V.
Stichwort: „Hochwasser für Menschen mit Hörbehinderung“
Bank: Sparkasse Rhein-Haardt
IBAN: DE79 5465 1240 0200 2065 06
BIC: MALADE51DKH

Landesverband der Gehörlosen RLP e.V.
Carl-Spitzweg-Str. 30
67227 Frankenthal
E-Mail: info@lv-gl-rlp.de
Facebook: https://www.facebook.com/lvglrlp

Fachdienste für Hörgeschädigte
Träger: Landesverband der Gehörlosen Rheinland-Pfalz e.V.
Heddesdorfer Straße 25
56554 Neuwied
SMS/Handy: 0151/53729387
Telefon: 02631-969182-0 /Telefax 02631 969182-8



Nordrhein - Westfalen:
Empfänger: Landesverband der Gehörlosen und
Gebärdensprachgemeinschaft NRW e.V.
Verwendungszweck: Spende für Hochwasseropfer
Bank für Sozialwirtschaft Essen
IBAN: DE92 3702 0500 0007 2108 14

Landesverband der Gehörlosen und Gebärdensprachgemeinschaft NRW e.V.
Simsonstr. 29/ 31
45147 Essen
eMail: info@glnrw.de

Bitte nutzen Sie diese Spendenkonten!

Mit herzlichen Grüßen im Namen des Verbandes
Michael Rubbert
Kommissarischer Geschäftsführer des VKGD